2020 bringt Ford mit dem Mustang Mach-E Sync 4 auf den Markt

Wenn der Elektro Mustang Ende 2020 auf die Straße kommt, wird der Mach-E ein Technologievorzeigefahrzeug für Ford sein, nicht zuletzt, weil er die Markteinführung des Infotainmentsystems Sync 4 der nächsten Generation mit sich bringt. Weitere neue Ford-Modelle, ob elektrisch oder nicht, werden logischerweise auch mit Sync 4 ausgestattet sein.


Wie andere große Automobilmarken hat Ford darum gekämpft, seine Infotainmentsysteme den Erwartungen der Verbraucher anzupassen, die mit einfach zu bedienenden Smartphones vertraut sind. Frühere Generationen von Sync waren alle in verschiedenen Bereichen fehlerhaft. Aber Sync 4, welches speziell für die erste Anwendung im High-Tech Fahrzeug Mach-E entwickelt wird, verspricht neue Maßstäbe in Bezug auf Benutzerfreundlichkeit, Funktionen und schiere, coole High-Tech-Attraktivität zu setzen.


Bei der aufwendigen Enthüllungs-Veranstaltung in Los Angeles stellte Ford-Chef Jim Hackett das Sync 4 System als besondere Attraktion in den Mittelpunkt. "Es ist einfach und intuitiv zu bedienen, hat eine persönliche Assistentenfunktion und die Fähigkeit, sich an die Benutzer anzupassen", sagte Hackett. „Es wird ein wirklich überzeugendes Feature sein."


Hau Thai-Tang, der Chef der Produktentwicklung bei Ford, bemerkte: "Mit dieser neuen Technologie der vierten Generation haben wir Sync zu einem intelligenten, sprachaktivierten, digitalen Assistenten im Fahrzeug weiterentwickelt."


Vor der Enthüllung haben wir uns mit Husein Dakroub zusammengesetzt, der als Software-Supervisor für Sync 4 einen Großteil der Systementwicklung leitet. Dakroub ist dem neuen Sync-Projektteam beigetreten, als das System noch definiert wurde. Zuvor hatte er an dem Sync 3-System gearbeitet, wie es im aktuellen Ford Explorer und Mustang 2019 eingesetzt wird. Laut Dakroub war das Ziel: die beste Infotainment-Technologie in der Branche zu entwickeln. Im Vergleich zu Sync 3 wird sich das neue System mit der doppelten Rechenleistung und einer viel besseren Konnektivität rühmen. Aber das Potenzial von Sync 4 beruht auch auf seinen Detailfähigkeiten. "Wir haben den üblichen starren Software-Prozess hinter uns gelassen, haben mit den Kunden ausführlich über ihre Wünsche und Bedürfnisse gesprochen, um die beste Lösung zu schaffen", so Dakroub.


Während verschiedene Tesla-Modelle sowohl die Quer- als auch die Hochformat-Ausrichtung für ihre Mitteldisplays verwenden, entschied sich Ford beim Mach-E für einen Hochformat-Bildschirm. "Unsere Kundenumfragen haben ergeben, dass die Leute das Hochformat und eine größere Größe als das typische 8-Zoll-Display wünschen. Also haben wir einen großen 15,5-Zoll-Hauptbildschirm und ein kleineres Display direkt vor dem Fahrer installiert."


Der horizontale Bildschirm des Mach-E hinter dem Lenkrad "verhält sich wie ein HUD (Head-up-Display)", so Dakroub. Das Display dient hauptsächlich der Anzeige grundlegender Informationen wie Geschwindigkeit, Abbiegehinweise und Batteriezustand, auch die Möglichkeit eine Karte anzuzeigen soll später hinzugefügt werden.


Ein Merkmal, dass den Hauptbildschirm von Sync 4 von den Tesla-Rivalen unterscheidet, ist der eingebaute Drehknopf im unteren Bereich. Dieser Bereich, der ein Viertel des gesamten Bildschirms ausmacht, ist auch der Klimaregelung gewidmet. "Wir haben einen menschenzentrierten Design-Ansatz gewählt. Dabei hat Jim Hackett dieses Konzept vorangetrieben, bei dem der Kunde uns das eigentliche Problem nennt. Daraufhin haben wir uns zurück zum Ursprung des Problems gearbeitet um eine Lösung zu finden.


So erklärte Dakroub, dass "die Kunden es nicht mochten, dass sie beim Herauszoomen auf einer Karte die kleine Straße, die sie einschalten wollten, nicht sehen konnten. Bei unserem System kann man dagegen einen größeren Teil des Bildschirms für die Karte in Anspruch nehmen. Außerdem kann die Karte durch Auf- und Zuziehen des Fingers oder durch Antippen mit zwei oder drei Fingern vergrößert oder verkleinert werden.



Die Benutzeroberfläche des 15,5-Zoll-Bildschirms ist mit einem neuen System so genannter adaptiver Dash Cards ausgestattet. Anstatt jedes Mal, wenn man eine App starten will, durch die Menüs zu navigieren, werden kürzlich genutzte oder beliebte Funktionen horizontal unter dem Hauptbildschirm in einzelnen Dash Cards aufgelistet. Diese Karten zeigen hilfreiche Informationen wie z.B. den nächsten Schritt auf Ihrer Route an, sind aber auch interaktiv. Man kann Songs direkt über die Karte anhalten oder überspringen, anstatt den Musik-Player zu starten. Ebenso soll es möglich sein den Telefonstatus anzuzeigen oder Anrufe über die Karte aufzulegen.


Dank Sync 4 soll es zum ersten Mal möglich sein Apple CarPlay oder Android Auto drahtlos mit einem Smartphone zu verbinden. Dakroub ist auch mit dem integrierten Navigationssystem von Sync 4 mehr als zufrieden, denn nun spielt ein Navigationssystem in einem Elektrofahrzeug eine besonders wichtige Rolle. "Es kennt nämlich den Zustand der Batterie und kann die Ladestationen in der Nähe vorschlagen."


Der bereits angesprochene Drehknopf ist ein wichtiges Infotainment-Feature, wird aber vorerst nur zur Lautstärkeregelung verwendet. "Wir hätten ihn auch für andere Zwecke, wie z.B. die Kartenskalierung, verwenden können, aber das hat in den Umfragen für Verwirrung gesorgt, da die Kunden die Navigation nutzen und dann die Lautstärke mit dem Drehknopf regeln wollen.


Ein angesagtes Thema in der Welt der Infotainment-Systeme ist auch die Updatefähigkeit. Sync 4 wird, wie man es inzwischen von den Smartphone kennt, über das Mobilfunknetz aktualisiert, fügte Dakroub hinzu. "Wir wollen, dass das Auto immer up2date bleibt, nachdem Sie es beim Händler abholen. Wir wollen nicht, dass Kunden ein neues Auto-Modell kaufen müssen, um neue Funktionen zu erhalten."


„Der Aktualisierungsprozess, sowohl über USB-Laufwerke sowie durch Besuche beim Händler, verursachte eine Menge Frustration bei den früheren Versionen von Sync. Mit dem geplanten Over the Air Verfahren soll Sync 4 ohne Probleme jederzeit auf den neuesten Stand gebracht werden können. Die Updates werden im Hintergrund eingespielt und stehen mit dem nächsten Start des Autos automatisch zur Verfügung“, so Dakroub. Zudem wird Sync 4 auch Apple Car Play und Android Auto unterstützen. Dabei wird nicht mehr wie bis jetzt ein weiteres USB Kabel benötigt. Das Smartphone einfach auf die Ladeschale legen und die Synchronisation kann starten. Was die Kommunikation betrifft, so ist Sync 4 derzeit so konzipiert, dass es Textnachrichten unterstützt, aber keine E-Mails, was viele Benutzer als störend empfinden.


Das neue Sync 4 soll zudem eine sehr starke Sprachsteuerung erhalten. Das Sprachsteuerungssystem von Sync 4 verwendet NLA (Natural Language Algorhythms). "Man kann sich mit dem Auto unterhalten, und weil es mit der Wolke verbunden ist, kann man die kleinsten, obskuren Orte finden. Sie können die Temperatur in 25 Sprachen diktieren, in Celsius oder Fahrenheit. Das Sprachsystem kann viele Funktionen abdecken; es ist eines der Merkmale, auf die ich am meisten stolz bin.


Ein weiteres wichtiges Feature von Sync 4 ist die Fähigkeit zum maschinellen Lernen. Das System kann die Vorlieben und Gewohnheiten der Benutzer lernen und hilfreiche Vorschläge auf der Grundlage der bisherigen Nutzung machen. "Das System macht Zielvorschläge basierend auf dem bisherigen Navigationsverhalten", so Dakroub. "Es wird Sie sogar dazu auffordern, mit Personen zu telefonieren, mit denen Sie häufig sprechen. Das System wird mit der Zeit immer intelligenter, da es Ihre Gewohnheiten lernt."


Anfang nächsten Jahres wird Ford Details zu weiteren kommenden Modellen enthüllen, die mit Sync 4-Infotainment ausgestattet werden. "Alle Arten von Kunden, nicht nur die Early Adopters, erwarten diese Art von Großbildschirm und Funktionalität in ihren zukünftigen Autos.


Wie gut Sync 4 in der Praxis funktioniert, bleibt abzuwarten, aber wenn es den Ansprüchen des Autoherstellers nahe kommt, dann könnte Ford eine führende Position im Kampf um die Führung im Infotainment übernehmen.